Vorsicht bei "Jobchancen" über soziale Medien!

von Patricia Lotz

Bild von styria11 auf Pixabay

 

In sämtlichen sozialen Medien kursieren zur Zeit vermehrt Jobangebote, die zunächst sehr attraktiv wirken. Was zunächst seriös klingt, könnte jedoch auch der Beginn eines finanziellen Albtraums sein. Unter dem Deckmantel moderner Marketingmethoden wird versprochen, dass durch das Anwerben von Neukunden hohe Gewinne erzielt werden können. Der Clou bei der Sache ist, dass der Anwerbende sein Geld nicht als Provision für den Verkauf eines Produkts, sondern er vielmehr die Vergütung durch die Angeworbenen erhält. Dieser Fallstrick wird gemeinhin als sogenanntes „Schneeballsystemen“ bezeichnet. Dem rollenden Schneeball ähnlich profitiert eine kleine Gruppe an der Spitze, während die große Masse der Angeworbenen stets weitere Mitarbeiter kostenpflichtig anwerben muss, um ihre Schulden beim Unternehmen abzugelten. Die Nutzung eines Schneeballsystems ist gemäß § 16 Abs. 2 UWG strafbar und wird mit bis zu zwei Jahren Gefängnis geahndet, daneben kommt auch grundsätzlich eine Strafbarkeit wegen Betrugs gemäß § 263 StGB mit weitaus höheren Haftstrafen in Betracht.

Aufhorchen sollte man daher, wenn die vermeintlich gute Jobchance zur Bedingung hat, dass ein bestimmter Betrag an den Anwerbenden zu erbringen ist, um überhaupt mit der "Arbeit" beginnen zu dürfen. Nicht selten wird der Interessent bereits im ersten Gespräch angeworben und zur Kasse gebeten.

Unseriöse Firmen, die das Schneeballsystem nutzen, geben auf Anfrage keine konkrete Auskunft über das eigene Produkt oder die dahinterstehenden Firmen, sondern versuchen von Beginn an gezielt, Neukunden bzw. Vertriebspartner schnellstmöglich zu einer Investition zu überreden und in die Firma einzusteigen. Im Mittelpunkt steht dabei kein Produkt, sondern das Anwerben weiterer Personen, die als Geldquelle für das Geschäftsmodell dienen.

Jedem, der ein solches Jobangebot auf sozialen Medien oder persönlich erhält, ist dringend anzuraten, sich von vornherein über das Produkt und das dahinterstehende Unternehmen zu erkundigen. Kann man als Neukunde das Produkt nicht erwerben, ohne weitere Kunden bzw. Vertriebspartner zu generieren und erhält vor der Investition keine konkreten Informationen über das Produkt, kann stets von einem unseriösen Schneeballsystem ausgegangen werden. Ferner ist es im seriösen Vertrieb nicht üblich, dass neue Mitarbeiter oder Teilhaber aufgrund ihrer Social-Media-Profile ausgesucht werden. Vielmehr ist der Vertrieb ein anspruchsvolles Segment, bei welchem Bewerber im Bewerbungsverfahren zumeist hohe Qualifikationen in ihrem jeweiligen Fachgebiet nachweisen müssen.

Wie so oft gilt, "ohne Fleiß kein Preis". Allzu schnelle und einfache Verdienstmöglichkeiten für "Jedermann" sollten daher immer kritisch unter die Lupe genommen werden. Wenden Sie sich im Zweifel an Verbraucherschutzzentralen oder direkt an die Polizei.

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